Archiv für die Kategorie „Musik“
CD-Gewinnspiel: Der Freikauz haut mächtig einen raus – UPDATE
Update vom 19. August 2010
Liebe Leute,
wat löpt de Tied …
Nun ist es vorbei mit dem Gewinnspiel. Der Sack ist zu. Nix geht mehr.
In der nächsten Zeit werde ich die Berge von E-Mails, Briefen, Faxen, Telexen, SMSen, Anrufen, Schmiergeldern, Klagen und Kommentaren sichten und dann unter Berücksichtigung der jeweiligen Windrichtung den/die aberglückliche/n Gewinner/in ermitteln.
Dieser schleichende Prozess kann sich noch bis Anfang September hinziehen, dann werden die Fallen gewürfelt sein und die Freude groß.
Bis dahin bedanke ich mich herzlich für die rege Teilnahme und meine Unbestechlichkeit.
So long
Der Freikauz
+++++++
Wie soll man in Zeiten von Eurovisions-Wundern, Präsidenten-Ringelpiez und WM-Favoriten-Klatschen eigentlich noch die geneigten Leser vor das liebevoll dahinplätschernde Blog locken? Alle sind irgendwie voll auf Challenge, Casting und Competition. Keine Aktion ohne Gewinn, kein Wett ohne Kampf.
Nun gut! Können wir auch …
Hiermit startet Der Freikauz eine exklusive Bilderrätsel-Challenge und lobt als selbstlosen Hauptpreis eine fast neuwertige CD seiner Wahl aus.
Und hier auch gleich die Aufgabe für den neunmalklugen Ratefuchs:
Was ist auf dem folgenden Bild zu sehen?
Antwort A:
Das Bild zeigt eine Pyramide aus Eiswein-Gläsern, geleert und gestapelt von den drei Mitgliedern des nordrheinischen Literaturkreises “Os Backes”, während der Vorbereitungen zu der beliebten Lese-Reihe “Halbtrockene Literatur aus der Mosel-Region”. Das Foto wurde zu später Stunde in der örtlichen Mehrzweckhalle aus einer liegenden Position aufgenommen.
Antwort B:
Das Bild zeigt einen modernen Kronleuchter der 60er Jahre, aufgenommen zu den ausklingenden Gitarren-Riffs des Abitur-Balls einer berüchtigten Kieler Gesamtschule. Das büffet-stellende Hotel “Maritim” verfügt noch über weitere Gewölbe, mit bisher unerforschten Reliquien der frühen James-Bond-Ära.
Antwort C:
Das Bild zeigt einen recht unerfolgreichen Versuchsaufbau der Niederlande zur nachhaltigen Gewinnung von genmanipulierten Blumenvasen. Da alle Freiflächen bereits von Tulpen- und Tomatenfeldern belegt waren, beschloss man Holland kurzfristig zu überdachen und die Vasen mit einem stalaktiten Wirkstoff zu impfen. Doch dann kam die Fußballweltmeisterschaft und alle hatten plötzlich andere Sorgen.
Antwort D:
Ich weiß es einfach nicht!
Schau, schau – nicht ganz leicht dieses Rätsel. Da sind Weitblick und purer Leichtsinn gefragt. Aber es geht ja auch um einiges.
Die Antworten hinterlasst ihr am besten als Kommentar. Bei mehreren richtigen Antworten entscheidet die Willkür.
Der Rechtsweg ist sowas von ausgeschlossen. Links vorbei könnte man es probieren, doch nur geradeaus geht’s wirklich zum Ziel.
Je nach Tageslaune könnte Der Freikauz eine besonders fantasievolle, freie, aber unrichtige Antwort mit einem zusätzlichen Kleinstgewinn belohnen.
Das Gewinnspiel endet am 15. August 2010.
Viel Glück!
Der Freikauz sieht Musik – Soulsavers
Verdammte Axt, fast hätte die Lena-Mania mich komplett weichgekocht. Statt eines morgendlichen “Moin”, begrüßte ich mein Spiegelbild schon mit den Worten “I even did my hair for you“. Und statt eines leicht angejazzten und komplexen Indietronic-Gassenhauers klebte mir ein sympathisch schwereloses “Satellite” 25 Stunden am Tag zwischen Klein- und Großhirnrinde.
Ein kleiner Urlaub musste her. Schwer, düster, bizarr, voll Moll. Here it comes:
aus dem Album IT’S NOT HOW FAR YOU FALL, IT’S THE WAY YOU LAND | V2 Records
Der Freikauz sieht Musik – Manu Katché
Manu Katché – “Number One” aus dem Album PLAYGROUND / ECM
Mehr Manu Katché:
- “One Shot Not” – Die regelmäßige geniale Jam Session auf Arte.
By the way: Am Freitag, den 19. März erschien das neue Manu Katché-Album THIRD ROUND.
Kashmir – Ein nachwachsender Rohstoff aus Dänemark
Der Freikauz freut sich erheblich. Ein neues Album der dänischen Band KASHMIR ist erschienen und wenn man in den musikalischen Blätter- und Blog-Wald horcht, hört man ein wohlwollendes Rauschen. Zu Recht. Denn die Herren sind schon lang auf hohem Niveau unterwegs und haben sich eine umfassende internationale Beachtung lääääängst verdient.
Das sechste Album ist extrem hörenswert und erneut entwickeln die kreativen Dänen ihre ergreifende und intelligente Variante des Rock weiter auf Jetzt-Zeit.
Das Album sei auf jeden Fall empfohlen und wer sich sich ein wenig für KASHMIR-Historie interessiert, der findet im Folgenden einen kleinen verstaubten Freikauz-Abriss zu Ehren des 1999 erschienenen Kashmir-Album “The Good Life“.
+++++++
Aus den rockmusikalischen Weiten des dänischen Outbacks löst sich das Kopenhagener Trio Kashmir, um wieder einmal selbstbewusst grenzüberschreitende Akkorde hinaus in die Welt zu tragen.
In Dänemark haben die drei Vollblut-Musiker Kaspar Eistrup, Mads Tunebjerg und Asgar Techau so ziemlich alles erreicht, was in dem begrenzten Raum von nicht-schubladen-kompatibler Rock-Musik möglich ist. Ihre ersten beiden Alben “Travelogue” (1994) und “Cruzential” (1996) spielten national Gold ein, wurden jedoch vorerst international nicht veröffentlicht. 1999 erscheint “The Good Life”, das dritte Werk, und soll den Weg in die Internationalität ebnen, was diesem ambitionierten und wirklich gelungenen Album nicht schwer fallen wird.
1991 war es, als Sänger und Gitarrist Kasper, Bassist Mads und Drummer Asger feststellten, dass sie musikalisch auf einer Linie lagen, die von ihnen als “Heavy Blues” charakterisiert wurde und in der Gründung der Band “Nirvana”(!) ihren Höhepunkt fand. Mit dem plötzlichen Überschwappen des Grunge auf den europäischen Kontinent und dem Übernacht-Erfolg einer Band ähnlichen Namens, beschlossen die drei ihre musikalische Identität, samt Namen, zu korrigieren. Man entlieh sich den Namen Kashmir aus dem gleichnamigen Epos von Led Zeppelin, ohne deren musikalisches Schaffen zweitverwerten, geschweige denn imitieren zu wollen.
Es folgten unzählige Gigs durch die dänische Clublandschaft in deren Verlauf sich, neben einer stetig wachsenden Fangemeinde, ein eigener Stil, von der Band als “Groovecore” bezeichnet, entwickelte. Dies war eine Mischung aus Heavy Rock, Heavy Funk, Rap und Psychedelia. Aufgrund der spektakulären Live-Acts wurden auch gemächlich die dänischen Medien hellhörig. Dezember ’93 betrat die Band zum ersten Mal ein Studio um, überschattet von einer großen Grippe-Epidemie unter der ganz Dänemark litt, ihr erstes Album “Travelogue” aufzunehmen. O-Ton Kasper: “… mag sein, dass irgendwo in unseren Songs ein Husten zu hören ist. Aber keine Angst – it’s only Rock ‘N’ Roll.”
Mittlerweile sind Kashmir in jeder größeren Konzerthalle Dänemarks zu Hause, sowie ein gefragter und fester Bestandteil der beiden größten dänischen Sommer-Festivals in Roskilde und Midtfyn. Im Laufe der Jahre und weiteren Alben haben Kashmir immer weiter an ihrer musikalischen Identität gefeilt und dabei höchsten Wert darauf gelegt, jegliche Vorhersehbarkeiten zu vermeiden. Dies gilt auch für das neue Album “The Good Life”. Die leichte Kost ist nicht ihr Ding, doch wer sich mit ihnen beschäftigt, wird akustisch großzügig belohnt.
Velkommen!
(Anmerkung: KASHMIR sind mittlerweile zu viert. Ende 1999 stieg Henrik Lindstrand als Keyboarder in die Band ein.)
Der Freikauz hört Radio
Ja! Der Freikauz kann es nicht verleugnen: er ist ein Radio-Fan. Ob über UKW, im Internet, auf dem Handy, im Auto, über WLAN – egal – Der Freikauz mag Radio. Er mag es sogar lieber als Fernsehen.
Es geht nichts über eine gut gemachte und den Horizont erweiternde nächtliche Musiksendung. Ein Reise-Feature, bei dem man die Bilder nicht gleich mitgeliefert bekommt, sondern selbst die rostige Fantasie bemühen muss. Zeitnahe Nachrichtensendungen mit ausführlichen Hintergrundinformationen. Kultursendungen, die über das Wort den feinen Geist sensibilisieren und Gespräche, die Gesagtes unmittelbar zum interessierten Mithörer transportieren. Das ist Radio.
Radio ist aber leider auch: belanglos dudelndes Formatradio, immerfröhliche und dampfquasselnde Moderatoren eingebettet in Tinitus verbreitende Fremd- und Eigenwerbung. Da kann man nur ins Nachtprogramm fliehen.
Für den musik-affinen Radiofreund ist das Internet natürlich “the place to be”. Tausende Radiosender, die je nach Stimmungsschwankung global auf den Klick eingeschaltet oder gewechselt werden können. Ein radio-aktives Schlaraffenland.
Ein ganz besonderes Angebot möchte Der Freikauz kurz herauspicken: laut.fm - das User Generated Radio von laut.de. Hier kann ein jeder sein eigenes (Musik-)Programm zusammenstellen und in die Weiten des Netzes pusten. Diese Möglichkeit haben bereits vielfältigste Radiomacher genutzt. Für die Playlist greift man entweder auf eine bereits vorhandene, umfangreiche Datenbank zurück oder man lädt seine Wunschtitel selbst hoch. Rechte und Lizenzen sind dabei schon von laut.fm geklärt. Natürlich gibt es bestimmte Spielregeln, an die man sich halten muss, doch das geht für diesen Service allemal in Ordnung.
Der Freikauz sieht es als seine radiologische Pflicht an, hier unbedingt mitzuwirken und hat spontan schon mal 5 Stunden gefundene Perlen aus der Datenbank in seine eigene Station “meggpool” gegossen. Und das ist erstmal der Bereich “rocky, poppy, punky, indie und history”. Da sollte noch eine ordentliche Prise Jazz, Elektronik und Easy Living folgen.
Wer sich interessiert – hier der direkte Link zur laut-Radioseite: www.laut.fm.
Und weil es so eine Freude macht, hier auch gleich der Link zu meinem Player: www.laut.fm/meggpool.
Viel Spaß damit!
Das meiste Album 2009 ;-)
Das alte Jahr ist Geschichte – es folgen die Veröffentlichungen der musikalischen Erbsenzähler. Kaum ein (Musik-)Magazin, das nicht Jahres-Polls, -Redaktions-Charts, -Leser-Charts oder -Promi-Charts seitenfüllend statistisch auswertet.
Auch Der Freikauz kann und will sich diesem tabellarischen Treiben nicht entziehen und pollt mit, was das Zeug hält.
So hat man sich doch im Laufe des vergangenen Jahres, auf Empfehlung dieser oder jener Redaktion, dieses oder jenes Album besorgt und möchte diese lohnende Anschaffung auch entsprechend dokumentieren.
Mindestens ebenso spannend findet Der Freikauz die ansteigende Anzahl sehr individueller Auswertungen, bei denen es um das persönliche “meist gehörte Album des Jahres” geht. Hierfür werden z. B. die Playlisten von iTunes, last.fm, … oder auch dem iPod aufbereitet. Und siehe da – das Ergebnis darf auch mal überraschen.
Ein fast fiktives Beispiel:
A: Guten Tag. Darf ich Sie kurz fragen: welches ist Ihr meist gehörtes Album 2009?
B: Ja, gern. Moment, da muss ich mal überlegen. Da gab es ja so einige. Kasabian, Editors, Wilco, The XX, Jochen Distelmeyer, Morrissey, Anthony & The Johnsons, Sophie Hunger, … die fallen mir spontan ein. Die habe ich mir auch angeschafft. Und noch einige Jazz-Scheiben. Da weiß ich allerdings nicht, ob die 2009 erschienen sind. Na ja, aber so sieht’s ungefähr aus.
A: Vielen Dank. Das ist nett. Aber ich fragte nach Ihrem meist gehörten Album 2009. Welches wäre das denn?
B: Das meist gehörte? Ach so. Jetzt schnall’ ich das. Muss ich noch mal überlegen. Mmh. Wie soll ich das denn rausfinden?
A: Checken Sie doch mal Ihre Playlisten. Ihren iPod. Oder Ihren Player, den Sie auf dem Computer benutzen.
B: Ah, gute Idee. Kleinen Moment mal. … … Hab’s gleich … So! Das ist es doch … Uups. Das gibt es ja nicht. Kann doch gar nicht … Also, das hätte ich nicht …
A: Was denn? Was denn? Nun mal raus mit der Sprache.
B: Mein meist gehörtes Album 2009 ist von Underworld “1992 – 2002″.
A: Sehen Sie – ist nicht immer alles so, wie man denkt. Ich glaube die Compilation ist aus dem Jahre 2003, oder?
B: Ja. Richtig. Hätte ich echt nicht gedacht. Ich hätte schwören können, es wäre eines der anderen genannten Alben. Die habe ich auch oft gehört. Und auch viel Jazz. Aber Underworld … Nun ja, ich war viel unterwegs. Und immer den iPod dabei. Dann ist das genau die richtige Mucke. Die habe ich jetzt erst noch mal richtig für mich entdeckt.
A: Ist doch prima. Nun wissen Sie und ich Bescheid und ich bedanke mich für das kleine Gespräch.
So oder so ähnlich muss es sich zugetragen haben.

Aussen mit ohne Bart, innen mit Dampf!
Der Freikauz mistet gerade sein Nest aus. Archive in die Tonne, Bewährtes in die Sonne!
Dabei fällt ihm ein äußerlich staubiges und innerlich verdammt rockendes Debütalbum der schwedischen Band “Mustasch” aus dem Jahre 2003 in die Ohren. “Halt mich fest!” murmelnd verliert er sich spontan in einer kleinen Review:

Mustasch | Above All | 2003
Bewegt möchte man die Fäuste ballen, die Haare möchte man lüften, die Schweden-Flagge möchte man schwenken und “Gutgütiger Schweinerock“ möchte man rufen. Und ganz falsch ist das nicht, denn die Musik von Mustasch entstand wirklich da, wo sich Eber und Sau die Rüssel reiben – auf einem ehemaligen Bauernhof irgendwo im kältesten Schweden. Im Ambiente dieser “Mustasch-Farm“ entwickelten die vier Musiker Ralph Gyllenhammar (Gesang, Gitarre), Mats Johansson (Bass) und die Brüder Hannes (Gitarre) und Mats Hannson (Schlagzeug) ihren einzigartigen Kantstein-Rock, den sie uns auf ihrer Debüt-Scheibe ABOVE ALL in die Ohren rammen. Auf der treibenden Leidenschafts-Linie von Danzig, The Cult und Stonerrock-Legende Kyuss lodern Titel wie “Down In Black“, “I Hunt Alone“ und “In The Arena“, die allein schon ein oder zwei Grammies locker zu Tode erschrecken könnten. Über alle zehn Songs gilt: je feister das Schlagzeug, je dicker die Gitarren, je böser der Gesang, um so mehr knallt es direkt vom Ohr auf’s Hirn und weiter in den Bauch.

Joe Strummer – 7. Todestag
Am 22. Dezember 2002 starb Joe Strummer im Alter von 50 Jahren an einem Herzinfakt.
Gönnen wir uns einfach mal eine kleine 6-minütige YouTube-Pause und verlieren ein paar Gedanken in Richtung dieses bewegenden Musikers, der vielen von uns eine ebenso bewegte musikalische Jugend bescherte.
Zum Lesen:
Ein Nachruf auf Joe Strummer. Der Sänger von The Clash stirbt im Alter von 50 Jahren.



