Archiv für die Kategorie „Reise“

Danke, Dänemark!


… oder eine kleine Chronik der Entschleunigung.


Flagge Deutschland

16. Juli 2010:

Hurra! Auf nach Norwegen!

Flagge DänemarkFlagge Norwegen

17. Juli 2010:

Norwegen – wir kommen! … Wir wissen nur noch nicht wann – da uns gerade die Fjordline-Fähre von Nord-Dänemark nach Süd-Norwegen ersatzlos gestrichen wurde.

Flagge Norwegen

18. Juli 2010:

God dag, Norge! Wir haben von der Color Line eine Ersatzfähre gekapert und erreichen Norwegen trockenen Reifens.

Flagge Norwegen

19. Juli 2010:

Nach 10 Kilometern Norwegen verbreitet unser Wohnmobil-Motor extrem unfreundliche Klopfgeräusche. Die flugs angefahrene LKW-Werkstatt legt uns nahe unseren Norwegen-Urlaub sofort abzubrechen und im Schneckentempo (“höchstens 60 Stundenkilometer”), so nahe wie möglich an unseren Heimatort zu kriechen, bevor der Kolbenfresser unseren kompletten Motor zerschießt.

Flagge NorwegenFlagge Dänemark

20. Juli 2010:

Wir setzen freudlos mit der Fähre wieder von Süd-Norwegen nach Nord-Dänemark über und hadern mit unserem automotorischen Schicksal und den Ungerechtigkeiten eines Urlaubs.

Flagge Dänemark

21. Juli 2010:

Wir erklären die Not zur Tugend und die böse Miene zum Verlierer. So beschließen wir unsere restliche Urlaubszeit, trotz schadhaftem Motor, für eine Zeitlupen-Dänemark-Expedition zu nutzen.

Flagge Dänemark

21. Juli bis 3. August 2010:

Mit braven 65 Stundenkilometern haben wir uns auf wohnmobilen Zehenspitzen, über Landstraßen, von Skagen bis nach Blavandshuk, die dänische Westküste runtergehangelt und hatten noch einen richtig tollen Urlaub.

Unter Umgehung der touristischen Hochburgen präsentierte sich Dänemark als ein tief entspanntes, freundliches und meteorologisch wohlgesonnenes Reiseland mit einer fantastischen Nordseeküste.

Die Vorstellung eines jederzeit explodierenden Motors geriet zur Nebensache und die bevorstehenden finanziellen Unannehmlichkeiten zum Schnee von morgen.



Wir wurden angenehm entschleunigt, haben es langsam nach Hause geschafft und sagen:


Danke, Dänemark!


Die Legende lebt


The WoMo
The WoMo

 

Zieh’ Dich warm an, Landstraße!

Schlappe 1.450 Euro Reparationszahlungen, eine niegelnagelneue TÜV-Plakette, die bestandene Gas-Prüfung, teilweise neue Bremsbeläge, Radlager und Antriebswellenmanschetten, sowie eine instand gesetzte Beleuchtungsanlage und Hupe rufen nach neuen Abenteuern im skandinavischen Outback.

 

Mach’ Dich locker, Zapfsäule! Wir werden Dich beobachten und Dir die günstigsten Tarife abringen. Immer.

 

2010 kann kommen!

 

 

Amsterdam – Radeln bis es gracht

Tulpen aus Amsterdam


In einem Anflug von Weltoffenheit besuchte Der Freikauz, samt seiner Liebsten, in der letzten Woche das herrlich verruchte Amsterdam und kam zu folgenden Einsichten:


Amsterdam ist alt und neu und schön und verlebt.


Die Stadt ist fest in der Hand von gefühlten 500 Millionen Holland-Fahrrädern, wobei diese statt einer gesitteten Torpedo-3-Gang-Schaltung, mit einem bewusstseinserweiternden Waghalsigkeits-Drive ausgestattet sind.


Apropos “Bewusstsein”: Dieses kann man leicht verlieren, indem man seinen Nachmittags-Cappuccino in einem stadtüblichen Kaffeehaus zu sich nimmt. Muss irgendwie am Espresso liegen. Oder am beiliegenden Keks. Oder am … ach, ist ja auch egal. Voll egal. … Total egal. … Solang man sich wohl fühlt. … ;-)


Die Grachten leiten nicht nur das Wasser durch die Stadt, sondern auch den orientierungslosen Touristen. Nebenbei kann man auf ihnen in der Regel nicht von einem Holland-Fahrrad überfahren werden.


Verflextes Schloss Das Anne-Frank-Haus in Amsterdam ist nicht nur eine bewegende historische Sehenswürdigkeit, sondern verfügt ebenfalls über einen extrem versierten und freundlichen Facility Manager. Dieser hat jederzeit spontan eine Flex auf Tasche, um die verkeilten Fahrradschlösser dusseliger Touristen funkensprühend zu trennen. Vielen Dank nochmal dafür!


Amsterdam ist riesig. Es entstehen ständig neue Stadtteile, die dem Wasser abgerungen, mit wilder Architektur urbar und mit Holland-Fahrrädern zivilisiert werden.


Neben den Kaffeehäusern, gibt es in Amsterdam fast so viele Restaurants, Bistros und Cafés wie Fahrräder. Und sogar richtig gute. Doch der Weg zu einem gut gefüllten Wamst führt nicht über die Speisekarte, sondern vielmehr über den Stadtplan.


Amsterdam ist nicht nur nicht billig, sondern auch nicht ganz teuer. Hier ist der Euro noch 1,20 Euro wert.


Neben Tulpen, Käse, Grachten, Hasch-Lollies, Lakritz und Fahrrädern wurde in Amsterdam wohl auch die gemeine Baustelle erfunden.


Amsterdam ist eine, was sage ich, viele Reise wert.


Wir kommen wieder.


Gracht